Welt-Flüchtlingstag und die Politik westlicher Länder

 

Dr. Alexander von Paleske             —   20.6. 2018   ——

Heute ist Weltflüchtlingstag. Zu feiern, etwa einen drastischen Rückgang der Flüchtlingszahlen gibt es nichts. Im Gegenteil:  Noch  nie hat es so viele Flüchtlinge gegeben, wie jetzt: 68,5 Millionen Menschen.

Insbsondere müssen genannt werden die Kriegsflüchtlinge:

  • Die Ronhingya Flüchtlinge aus Myanmar, die vor dem blutigen Terror  der Regierungstruppen flohen, und jetzt in Bangladesh nur höchst provisorisch untergebracht werden konnten, es sind, rund 500.000.

Rohingya Flüchtlinge
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  • Die internen Flüchtlinge in der Demkratischen Republik Kongo (DRC)
  • Die Flüchtlinge aus der DRC in Uganda
  • Die internen Flüchtlinge in Nigeria durch den Terror der RadikaIslamisten von Boko Haram
  • Die Flüchtlinge aus Somalia in Kenia, die vor dem Terror der Radikalislamisten Al Shabab in das Nachbarland geflüchtet sind.
  • Die Flüchtlinge intern wie extern im Südsudan

– Die Syrienflüchtlinge intern wie extern

– Die Irakflüchtlinge

– Die Afghanistanflüchtlinge, intern wie extern

Bei allen diesen Kriegs-Flüchtlingen geht es im wahrsten Sinne des Wortes um das nackte Überleben. Die Menschen fliehen vor dem Krieg, der keinerlei Gnade gegenüber den Zivilisten kennt.

Eine neue Variante des Krieges ist die ethnische Säuberung, die in Europa mit dem von der EU geförderten Zerfall Jugoslawiens in den 90er Jahren einen traurigen Höhepunkt erreichte

Dann die politisch Verfolgten, die um Asyl nachsuchen

Schliesslich die Armutsflüchtline weltweit, die für sich und ihre Familien eine bessere Zukunft aus der Armutsfalle suchen, oftmals überlagern sich politischer Terror  und Armut,  wie in Mittelamerika.

Zielländer bzw. Regionen der Flüchtlinge sind oftmals Europa, die USA, Kanada, Suedafrika,  Australien und Neuseeland.

Kriegs-Mitverantwortung ohne Konsequenzen

Es wäre allerdings falsch, zu erwarten, dass die Länder des Westens, die für die Kriegflüchtlinge und Kriegsschäden die Haupt- bzw. Mitverantwortung durch das Inszenieren von Kriegen bzw. Stellvertreterkriegen sind, auch die Hauptaufnahmeländer für die Kriegflüchtlinge sind, bzw. Hauptgeberländer zur Finanzierung der Beseitigung der Kriegsschäden

  • Die USA zettelten den Vietnamkrieg an, und zogen sich 1975 schliesslich  zurück. Kompensation für die verursachten Kriegsschäden, insbesondere durch das Dioxin-Gift Agent Orange, wurde nie geleist. Ein Gift, unter dessen Auswirkungen die vietnamesische Bevölkerung heute noch leidet durch eine hohe Zahl von Missbildungen bei Neugeborenen.
  • Der Irakkrieg, der mit Lügen als Rechtfertigung begonnen wurde, und dann zum Bürgerkrieg und dem Entstehen von den Religionsfaschisten von ISIS führte.
  • Der Syrienkrieg, der Millionen zu Flüchtlingen machte. Der Westen, insbesondere die USA, aber auch Saudi-Arabien und die Vereinten Arabischen Emirate (UAE), mischten sich von Anfang an ein, suchten den Sturz des Regierungschefs Assads, durch Militärhilfe an die sunnitischen Rebellen. Das Ergebnis sind nun Millionen von internen und externen. Flüchtlingen.

 

Kriegstreiber ohne Flüchtlingsaufnahme

Die USA haben nur eine lächerlich geringe Zahl von Syrienflüchtlingen aufgenommen, Saudi-Arabien und die Emirate gar keine.

Die Hauptlast trägt die Türkei, und danach Deutschland, das aber umgekehrt kaum als einer der Hauptakteure in dem Krieg bezeichnet werden kann.

Nachdem die Deutsche  Industrie über eine drastischen Ärbeitskräftemangel in der Zukunft schon seit einiger Zeit klagte, hatte die Deutsche Bundeskanzlerin offenbar gedacht, hier zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Wir wenig es hier vorwiegend um Humanität ging, das zeigte sich auch daran, dass die Flüchtlinge und ihre prekäre Lage die Kanzlerin erst dann interessierte, als diese sich auf den Weg nach Europa machten.

Auch ist nicht bekannt, dass der Westen über einen  Friedensplan gefolgt von einem „Marshallplan“ , also über eine Wiederaufbauhilfe für Syrien,  auch nur nachdenkt, um den Flüchtlingen eine Perspektive zu geben.

Ganz offensichtlich ist geplant, diese als potentielle Arbeitskräfte zu behalten, auch wenn dies zu erheblichen Eingliederungsschwierigkeit durch den Zusammenstoss zweier recht unterschiedlicher  Kulturen führt.

Bootsflüchtlinge im Zentrum

Zur Zeit richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Bootsflüchtlinge, und die Flüchtlinge aus Lateinamerika in den USA,  letztere versuchen Armut und (Drogen-) Bandenkriminalität zu entfliehen  Die Kinder werden von US-Behörden von den Eltern getrennt, gleich welchen Alters, und in ebenso wie die Eltern in Internierungslagern nahe der mexikanischen Grenze, vor allem in der Grenzstadt Mc Allen, eingeperrt. Zero-Toleranz-Politik nennt sich das, wobei die Trennung der Kinder von den Eltern weitere Flüchtlinge abschrecken soll.

Internierungslager in Mc Allen

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Kinder getrennt

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Stellungnahme des republikanischen Senators McCain

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Die USA waren es, die über Jahrzehnte die Unterentwicklung in Mittelamerika förderten,  zu Bananenrepubliken der United Fruit Comapany machten,  und Putsche und Putschversuche, aber auch Bürgerkriege finaanzierten, wie beispielsweise die Contras in Nicaragua .

Wenn selbst ehemalige Sozialrevolutionäre wie der Präsident Nicaraguas, Daniel Ortega, selbst  zu korrupten und brutalen Unterdrückern werden, dann muss jede Hoffnung auf Besserung in der Zukunft schwinden, dann rückt die Flucht in den Blickpunkt.

Hinzu kommen auch noch die Drogenkartelle, deren  Absatz-Markt in den USA ständig zu- aber nicht abnimmt, die sich wie Mafiosi gegenseitig bekämpfen, und über Korruption und Erpressung Einfluss auf die Politik in Mittel- und Lateinamerika nehmen.

Wer würde unter solchen Bedingungen nicht an Flucht denken?

Dabei hätten  die USA längst den Drogenmarkt in den USA durch eine vernünftige Drogenpolitik weitgehend austrocknen können, stattdessen: Knüppel ais dem Sack.

Erst wenn in Seenot

Die Bootsflüchtlinge im  Mittelmeer wiederum interessieren erst, wenn sie in Seenot geraten. Die von der EU geförderten Internierungslager in Libyen, samt Bezahlung der kriminellen  Bandenchefs, die zunächst als Schlepper arbeiteten, sich lieber jetzt als Fluchtverhinderer und Sklavenhändler betätigen, erzeugen jedoch weder Mitleid für die Opfer,  noch Empörung.

 

Weltweite Anstrengungen erforderlich

Die Bewältigung der Flüchtlingskrise erfordert weltweite Zusammenarbeit, die ist allerdings weniger denn je unter US-Präsident Trump in Sicht, der zügig daran arbeitet, zusammen mit Saudis und Israel den nächsten Krieg vorzubereiten, diesmal gegen den Iran.

Nein, nicht nur am Weltflüchtlingstag sollte mehr denn je  an der Lösung der Flüchtlings-Krise  gearbeitet werden.

 

NACHTRAG   21.6. 2018

US-Präsident Trump hat unter dem Druck der Öffentlichkeit die Trennung der Kinder von den Eltern „illegaler“ Flüchtlinge aufgehoben.

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