Kriegsschauplatz, Fluchtroute und Armenhaus: Der afrikanische Staat Niger in der Sahelzone

Dr. Alexander von Paleske         —-    18.7. 2018  ——

Der afrikanische Staat Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt.Gleichwohl bauen die USA eine der grössten Luftwaffenbasen in Afrika dort, bereits die zweite in Niger, vorwiegend für Drohneneinsätze. Aber die Landebahn ist so lang und befestigt, dass selbst C17 Transportmaschinen dort starten und landen können.

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Niger

Die Basis, genannt „Niger 201“,  die bis zur Fertigstellung im Laufe dieses Jahres  rund 100 Millionen US-Dollar verschlungen haben wird, befindet sich 5km südlich der Stadt Agadez,   einer Ansammlung von Wellblechhütten in der Wüste .

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„Niger 201“ im Bau

Von USA betrieben

Die Basis gehört zwar formal dem Staat Niger, wird aber ausschliesslich  von der US-Armee betrieben. Von dort aus sollen Drohnen starten, mit deren Hilfe Islamisten des IS  und Al Qaida  ausfindig gemacht, und dann aus der Luft bekämpft werden sollen.

Einige US Bodentruppen gibt es ebenfalls bereits dort, sog. Special Forces, welche die schwache nigerianische Armee auf Vordermann bringen sollen.

Die Präsenz der US Soldaten im Niger, bis dato  in den USA kaum bekannt, kam heraus, als vier Soldaten dieser Truppe bei einem Einsatz von Radikalislamisten getötet und die Leichname erst Tage später geborgen werden konnten.

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Ein Staat wird zum Kriegsgebiet

Der Niger wird also Kriegsschauplatz, wie zuvor schon Mali, wo auch Bundeswehrtruppen stationiert sind.

Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen:

  1. Die Drohneneinsätze werden die Islamisten nicht aus der Sahelzone, also Niger, Mali, Mauretanien und dem Süden der Länder Algerien und Libyen vertreiben, genau so wenig wie sie das In Afghanistan und Pakistan geschafft haben.
  2. Die neue US-Basis wird noch mehr Islamisten in das Land locken, um die „Abgesandten des grossen Satans“ mit Selbstmordanschlägen zu bekämpfen. Ebenso wird die Regierung des Niger Ziel von Anschlägen werden, weil sie diese Basis zugelassen hat.
  3. An der miserablen Lage der Bevölkerung, die immer wieder von Dürre und Überschwemmungen und Krankheiten geplagt wird, und deren Armut wieder der Nährboden für die Radikalislamisten ist, wird sich natürlich nichts ändern.

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Dienstleistungsbetrieb der Radikal-Islamisten

Die Islamisten finanzieren sich keineswegs nur von Zuweisungen aus dem Ausland, sondern haben einen sehr lukrativen „Dienstleistungsbetrieb“ aufgebaut: Schlepper für Migranten auf dem weg nach Europa über das Mittelmeer.

Die Hauptroute der Flüchtlinge  aus Westafrika geht durch den Niger, und dann weiter nordwärts nach Libyen und Tunesien, von wo aus dann die Flüchtlingsschiffe nach Europa absetzen.

Die Radikalislamisten kontrollieren diese Routen in der Sahelzone, unterhalten „Schlepperbüros“ in den Städten an der Migrantenroute,  und verunsichern weite Gebiete der Sahelzone durch Terroranschläge in Staaten wie Burkina Faso und selbst Elfenbeinküste. In Nigeria sind sie sowieso.

Irrglaube der USA

Die  USA glauben, mit Drohnen dem Einhalt gebieten zu können:  ein Irrglaube. Und nicht nur in der Sahelzone haben sich diese Religionsfaschisten  ausgebreitet.Mittlerweile sind sie auch im Norden des  ostafrikanischen Staates Mozambik aufgetaucht, wo sie mit brutalen Morden und Zerstörung von Dörfern Angst und Schrecken verbreiten. In einem Staat, der bisher von derartigem Terror im missbrauchten Namen Allahs verschont geblieben war.

Während in Deutschland die Auseinandersetzungen – auch in den Medien, sollen wir retten oder nicht – laufen, läuft der Migrantenstrom weiter wie geschmiert durch die Sahara, gut geölt von Al Qaida &Co.

Blockierung des Migrantenstroms statt Rettung auf See

Statt sich über die (notwendige) Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer in die Haare zu geraten, und wer die Flüchtlinge schliesslich aufnehmen soll, sollte den radikalislamistischen  Schleppern im Niger das Handwerk gelegt, die Migrationsrouten mit Hilfe und grosszügiger Unterstützung der Regierung des Niger geschlossen, und die gestrandeten Migranten in ihre Heimat zurückgebracht werden,  statt neuer Militärbasen und mehr Nato-Soldaten.

Vor allem aber sollte die Armut in den betroffenen Ländern bekämpft werden. Mit den 100 Millionen US-Dollar, welche in den Bau der Militärbasis im Niger gesteckt werden, lässt sich schon eine Menge erreichen.

Ein Gedanke zu “Kriegsschauplatz, Fluchtroute und Armenhaus: Der afrikanische Staat Niger in der Sahelzone

  1. Pingback: Afrikanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa und die Terror-Islamisten | Politica-Comment

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