Manche reden von der nächsten Weltfinanzkrise – wir auch

 

Dr. Alexander von Paleske     —-     9.9. 2018      —-     

Drei Monate vor der letzten Weltfinanzkrise im Jahre 2008 warnten auch wir vor ihr, die sich mit der Subprimekrise, also der hemmungslosen Kreditvergabe an Hauseigentümer und deren anschliesende Vermarktung als (CDO’s), und der Kreditabsicherung durch sogenannte  Credit Default Swaps (CDS) anbahnte.
Dann die durch CDS induzierte immer hemmungslosere Kreditvergabe an nicht kreditwürdige Kreditnehmer – 40% der von den Banken vergebenen Kredite gingen 2007 als Resultat an nicht kreditwürdige Kreditnehmer – Im Jahre 2002 waren es erst 8%.

 

Neue Warnungen vor  Krise

In der vergangenen Woche haben zwei Oekonomen erneut vor einer drohenden Weltfinanzkrise gewarnt: der ehemalige EZB-Chef Trichet und  der ehemalige Chefvolkswirt der Internationalen Bank für Zahlungsausgleich in Basel, William White,  – 10 Jahre nach dem Zusammenbruch der Lehman Brothers Bank.

Konsequenterweise spielte sich damals diese Weltfinanzkrise in der westlichen Welt ab, Und dort waren es  CDS,  die eine zentrale Rolle spielten. Die waren auf dem unvorstellbaren Wert von 62.000 Milliarden Dollar angekommen, also das Doppelte  aller seinerzeit an der New Yorker Stock Exchange gelisteten Werte.
Grossinvestor Warren Buffet und der Spekulant George Soros waren es, die zeitig vor diesen “finanziellen Massenvernichtungswaffen” warnten.

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George Soros      ……… warnte seinerzeit, und wettet  jetzt auf den Untergang

 

Zu Recht, wie sich alsbald zeigen sollte: ,im September 2008, also vor 10 Jahren, war es dann soweit: Die Lehman Brothers Bank ging bankrott, und triggerte so die Krise, die ohnehin anstand.

 

Volkes Milliarden für die Rettung
Banken und Versicherungen,  aber auch die Autoindustrie in den USA,  mussten mit Milliarden Steuergeldern gerettet werden, in Deutschland waren es die Hypo Real Estate (HRE) und die Commerzbank, vorher bereits die Industrie-Kreditbank, IKB.

Die Zentralbanken, voran die EZB, pumpten Milliarden in den Finanzmarkt, senkten die Zinsen auf 0% – da befinden sie sich in der Euro-Zone immer noch. Ausserdem kauften westliche Zentralbanken Bonds auf, um einen Zusammenbruch des Anleihemarktes zu verhindern – alles um Zeit zu gewinnen. Das wäre die Stunde der Politiker gewesen, um einschneidende Reformen zu beschliessen.
Aber diese “Zeitgewinnung” dauert in Europa nun schon 10 Jahren– erst im nächsten Jahr beabsichtigt die EZB die Zinsen wieder anzuheben, und Anleihen zu verkaufen.

 

5 Jahre danach
Vor 5 Jahren fragten wir, ob aus der Finanzkrise gelernt wurde:

– insbesondere die Kreditvergabe an nicht kreditwürdige Firmen einzuschränken,

– die Credit Default Swaps drastisch runterzufahren und wesentlich transparenter zu machen,

– eine Transaktionssteuer beim Handel mit Papieren einzuführen (Tobin-Tax)

– den Sekunden-Aktienhandel (Hochfrequenzhandel) und die Leerverkäufe einzudämmen.

– den “Casinobetrieb” des Investmentbankings vom regulären Bankbetrieb zu trennen.

Damals mussten wir konstatieren: nichts war geschehen, was den Namen einer durchgreifenden Reform der globalen Finanzmärkte verdient hätte. Ein paar Reförmchen (Dodd Frank Act) lediglich.: Mit der nächsten Krise muss daher gerechnet werden.

 

Fachleute einig
Nun, da sind sich Wirtschaftsfachleute wie der ehemalige EZB-Chef Trichet, der ehemalige Chefvolkswirt der Internationalen Bank für Zahlungsausgleich in Basel, William White, und der Nobelpreisgträger  Joseph Stiglitz, der seinerzeit,  wie White auch, vor der Krise 2008 gewarnt hatte, einig: Diesmal ist es nicht eine Subprime-Krise, sondern die Verschuldung in den Schwellenländern, die dank der extrem niedrigen Zinsen – in Dollar berechnet – in grossem Umfang Kredite aufgenommen haben, die sie nur mit dem niedrigen Zinssatz –  wenn überhaupt – zurückzahlen können, und so auch kalkuliert haben.

Jede Zinserhöhung, und die hat die US-Notenbank moderat eingeleitet, muss zur Teil-Nichtbedienung führen, die Krise ist da. Wie Dominosteine drohen die Volkswirtschaften dann umzufallen, siehe Argentinien, siehe Türkei.
Durch die internationale Verflechtung bleibt ein solcher Steppenbrand dann auch nicht auf die Schwellenländer beschränkt.

 

Donald Trump und die Krise
Verschärft wird das Ganze noch durch die Entscheidungen eines Wahnsinnigen im Weissen Haus namens Donald Trump, über den wir durch eine Reihe von Büchern von Insidern, und mit Durchstechereien gefütterten Outsidern, nun einen recht guten Ueberblick haben.
Der senkte die Steuern, was in erster Linie die Reichen noch reicher machte – ohne Gegenfinanzierung – und auf die Volkswirtschaft gesehen nur zum Strohfeuer führt, an dem sich der Präsident und die Wirtschaft nur kurzfristig die Hände wärmen können.

 

Entfesselung statt Kontrolle
Aber damit nicht genug: er entfesselte auch das Finanzkapital,  auf das er vor der Wahl zusammen mit seinem damaligen rechtslastigen Berater Steve Bannon noch geschimpft hatte, und beseitigte die paar kleinen Reformen unter Obama.
Dann startete er auch noch einen Handelskrieg mit Mexiko, Kanada, Europa und vor allem China, durch das Verhängen punitiver Zölle.

Zwar hat Mexiko inzwischen klein beigegeben, aber mit Kanada, und vor allem der VR China, hat er wesentlich formidablere Gegener, die sich vor allem nichts von Trump diktieren lassen,

 

Auf den Prellbock
Und so rast der Wirtschafts-Zug mit Trump als Lokführer und Heizer auf einen Prellbock zu. Die Folgen werden allerdings diesmal viel dramatischer sein, denn die Zentralbanken haben die Mittel für die Krisenbewältigung, also auch die Zinssenkung, nicht mehr zur Verfügung, und dieser Verrückte im Weissen Haus könnte zu Entscheidungen Zuflucht nehmen, die alles noch viel schlimmer machen.

Derweil wettet George Soros unter Einsatz von 1 Milliarde US Dollar auf den Absturz an der Wall-Street. Schon einmal hatte er mit einer Grossspekulation gegen den Kurs des Britischen Pfund Milliarden verdient – er könnte einer der wenigen Krisengewinner sein.

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