Zimbabwe – Krise ohne Ende?

 

Dr. Alexander von Paleske      —–  23.10. 2018    ——-

Als am 16.11 2017 die Armee den 93-jährigen Robert Mugabe, der Zimbabwe 37 Jahre lang regiert und gründlich ruiniert hatte, zur Abdankung zwang, da waren Freude und Hoffnung gross. Die Armee wurde in den Strassen stürmisch gefeiert. Jetzt, so war die Hoffnung, würde endlich alles bald besser werden.

 

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Zimbabwe

Hoffnung enttäuscht
Eine Besserung ist jedoch nicht eingetreten – bisher jedenfalls nicht. Im Gegenteil: Benzin ist knapp wie schon seit 2008 nicht mehr. Vor den Tankstellen bildeten und bilden  sich lange Schlangen..

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Autoschlangen vor ein Tankstelle in Bulawayo     Photo Dr. v. Paleske

 

Mit dem Absturz der de Facto Ersatzwährung, den “Bond-Notes”, gegenüber dem US- Dollar, der offiziellen Währung, aber kaum erhältlich, wurden schlagartig die Nahrungsmittel erheblich teurer, betimmte Waren wie Zucker und Speiseöl verschwanden aus den Supermärkten.
Apotheken akzeptieren fast nur noch US- Dollar oder südafrikanische Rand, die nur auf dem Schwarzmarkt, und nur zum 3,5- fachen Preis erhältlich sind.

Kredite erst wenn….
Die Regierung braucht dringend neue Kredite, aber der alte Verbündete China unterstützt zwar Projekte, Geld zum Ausgleich des Staatshaushalts gibt es jedoch nicht – aus gemachten Erfahrungen der Zweckentwendung und Nicht-Zurückzahlung.

Auch der Internationale Währungsfond (IMF),und die Africa Development Bank (ADB), bestehen vor erneuter Kreditvergabe auf der Rückzahlung der grösstenteils in den 90er Jahren vergebenen Kredite in Höhe von 2 Milliarden US Dollar.. Das erscheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch – trotz aller Anstrengungen – bestenfalls nur teilweise möglich. Einer der Günde für das Verschwinden der US Dollar aus der Zirkulation.

Die Gesamtverschuldung Zimbabwes liegt bei etwa 6 Milliarden US-Dollar

Sparen – gilt aber nicht für alle
Die Regierung des Präsidenten Emmerson Mnangagwa hatte nach den Wahlen strikte Sparmassnahmen angekündigt, aber die Zeitungen berichten davon, wie selbst ehemalige Minister mit teuren SUV’s ausgestattet werden. Einige der ehemaligen Minister sind offenbar Teil eines “Schattenkabinetts” geworden – mit vollem Ministergehalt versteht sich..

 

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Sonntagszeitung The Standard  vom 21.10.2018
Keine Besserung
So gesehen hat sich die Lage keineswegs gebessert.
Nach dem Putsch hatten viele gehofft, nun würde rasch eine Regierung der Nationalen Einheit gebildet, die zusammen den festgefahrenen Karren aus dem Dreck zieht. Die Arbeitslosenrate lag und liegt bei 90 %.
Stattdessen ordnete die Regierung Neuwahlen für den 30 Juli 2018 an.

Der Wahlkampf verlief ruhig, aber der Oppositionsführer Nelson Chamisa konnte mit seinen Angebereien und Lügen gar nicht überzeugen.

Ein Aufatmen ging durch das Land als der Wahlkampf ohne grössere Zwischenfaelle am 30.Juli zu Ende ging – mit dem erwarteten Ausgang: Mnangagwa blieb im Amt.

In den Wahlkampf der Regierungspartei ZANU PF flossen angeblich mehr als 50 Millionen US Dollar. Eine Flotte von SUV’s wurde angeschafft, um die Slogans der Regierungspartei samt T-Shirts in jedes Dorf zu bringen.
Woher das Geld kam, blieb unklar, die Oppositionspresse beschuldigt die Regierung, Staatsgelder dafür verwendet zu haben.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber die Hoffnung auf Besserung der wirtschaftlichen Lage nach dem Ende der Mugabe- Herrschaft ist bereits grösstenteils verflogen.

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