Russlands Präsident Putin im Interview: Donald Trump, Angela Merkel, die Flüchtlingsfrage, und der Konflikt am Golf

Dr. Alexander von Paleske 28.6. 2019 — folgendes Interview landete heute in meiner Mailbox:

Interviewer
Dobroje wjetscher Gospodin President

Wladimir Putin

Zdrawstwuitje

Herr Präsident, danke dass Sie – trotz ihres vollen Terminkalenders  – auf dem G20 Meeting in Osaka Zeit geopfert haben, um mir einige Fragen zu beantworten

Gerne

Sie haben in einem ausführlichen Interview mit der britischen Finanzzeitung “Financial Times” ausgeführt:

US Präsident Donald Trump ist ein talentierter Mensch. Er weiß sehr gut, was seine Wähler von ihm erwarten. Der US-Präsident ist kein Berufspolitiker, er hat seine eigene Vision der Welt

Kann man das Lob so auffassen, dass Trump Ihr Freund ist?


Nein er ist so etwas wie ein “Towarischtsch” ein Präsident-Kamerad, mit dem ich mich ganz gut verstehe, weil uns beide die gleichen Probleme plagen, insbesondere das der Anfeindung durch die Medien. Ich werde damit allerdings leichter fertig, weil es in Russland, dank meiner deutlich-ermahnenden Medienpolitik, nicht so viele überkritische Journalisten gibt. Auch brauche ich mich nicht vor Enthüllungsbüchern ehemaliger Mitarbeiter fürchten. Meine Mitarbeiter sind total loyal – bis an ihr Lebensende. Wer ins Ausland flüchtet, und dort gegen mich hetzt, der muss allerdings mit dem Schlimmsten rechnen.


Was schätzen sie besonders an Trump?


Was ich besonders schätze ist der Respekt, den Trump mir gegenüber zollt – im Gegensatz zu seinem Vorgänger Obama. Trump betrachtet mich als einen erfolgreichen und durchsetzungsstarken Präsidenten, der viel mit ihm – Trump – gemeinsam hat.

Putin (l) und Trump (re) heute in Osaka


In Ihrem Interview mit der  Financial Times  sagten Sie weiter:


Ich akzeptiere viele von Trumps Methoden nicht, mit denen dieser Probleme angeht.

Können Sie das etwas genauer ausführen?


Ja, ich verbringe nicht den grössten Teil meiner Zeit damit, zu twittern, und am Fernseher Cola-trinkend zu hocken, um mir die letzten Umfrage-Ergebnisse über meine Popularität reinzuziehen. Das brauche ich nicht. Ich bin populär durch mein Auftreten und meine Politik – auf Dauer.

Wie sehen Sie den Konflikt am Persischen Golf?

Die USA im Zusammenspiel mit Israel und Saudi Arabien wollen ja den Iran mit Luftschlägen angreifen, allerdings keinen Krieg am Boden führen..
Ich halte das für politisches Abenteurertum. Wir liefern, um dem Iran zu helfen, gerade hochmoderne S400 Boden-Luft-Raketen dorthin. Ich habe Towarischtsch Donald klargemacht: sowohl Israel als auch Saudi Arabien würden einen hohen Preis für einen  derartigen Angriff bezahlen.. Die Hisbollah im Libanon wird Hunderte, wenn nicht Tausende Raketen auf Israel abschiessen, und bei einer dann vermutlich folgenden Invasion des Libanon wird sich Israel eine blutige Nase holen, wie schon 2006. Saudi Arabien wurde iranische Mittelstreckenraketen abbekommen, in der Hauptstadt Riad, aber auch die Oelförderanlagen.


Zur Zeit findet in Bahrein eine Geberkonferenz für die Palästinenser statt. Erwarten Sie einen Erfolg?

Diese Konferenz ist blanker Unfug. Sie wird zu Recht von den Vertretern der Palästinenser boykottiert. Erst muss eine politische Lösung für Palästina gefunden werden, dann kann über Hilfsgelder gesprochen werden, nicht umgekehrt. Von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner, der für die USA an der Konferenz teilnimmt, stammt dieser abenteuerliche Plan, der vorsieht, den Palästinensen mit ein paar Milliarden US-Dollar das Recht auf Selbstbestimmung und einen eigenen Staat abzukaufen. Dieser Herr hat von Aussenpolitik so viel Ahnung hat, wie ein russischer Bär.


Sie haben über Angela Merkel folgendes in dem FT-Interviw gesagt:


Frau Merkel hat einen Kardinalfehler gemacht, indem sie bei Migranten aus dem Nahen Osten einen großzügigen Kurs eingeschlagen hat.


und gleichzeitig lobten Sie die Migrationspolitik von Präsident Trump
. Wie passt das?


Die Europäer und die USA haben den Konflikt in Syrien angeheizt, und sind deshalb für die Flüchtlingsströme von dort verantwortlich. Statt die Flüchtlinge mit offenen Armen aufzunehmen, hätten sie mit dafür sorgen müssen, dass es gar nicht zu dieser Eskalation des Konflikts, und damit zu den Flüchtlingsströmen kommt. US-Präsident Trump bekämpft die illegale Immigration. Dafür zollen wir ihm Respekt.


Wie ist ihr Verhältnis zur rechten AfD in Deutschland.?


Unsere politischen Freunde sind natürlich die Linke. Wer gegenüber uns, gerade in Sachen Krim und Ukraine, vernünftige Standpunkte vertritt, und sich gegen die gegen uns verhängten Sanktionen ausspricht, sei es aus der CDU, oder SPD, auch Mitglieder der AfD, den behandeln wir als Freund Russlands, und ermutigen sie, politischen Druck gegen die Feinde unserer Politik auszuüben.. Mit Faschisten wollen wir allerdings nichts zu tun haben.


Spassibo, Vielen Dank für dieses Interview

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