Zimbabwe:  Reichtum, Armut, Bestechungen  und ein Oligarch

Dr. Alexander von Paleske —- 11.10. 2021 ———

Der Staatssekretär im Finanzministrium Zimbabwes im südlichen Afrika,  George Guvamatanga  wird in einem privaten Jet nach Grossbritannien reisen, um  einem Spiel des Londoner Fussballclubs Arsenal beizuwohnen. Guvamatanga ist ein Fan dieses Clubs.

 Man möchte sich die Augen reiben: Wie kann ein Staatssekretär eines mittlerweile verarmten Landes, wo mehr  als die Hälfte der Bevölkerung von weniger als 2 Dollar pro Tag leben muss, sich einen derartigen Luxus leisten? Die Antwort lautet: Es handelt sich um ein “Geburtstagsgeschenk” des zimbabweschen Oligarchen Kuda Tagwirei,  und der gab seinem Freund gleich noch 50.000 US-Dollar “Taschengeld” für die Reise nach London.

George Guvamatanga …im Privatjet zum Fussballspiel

Guvamatanga braucht keine Vorwürfe seitens des  Staatspräsidenten Mnangagwa fürchten, oder gar Strafverfolgung wegen Korruption: Hatte er doch der  Firma Drax International, mit der Mnangagwas Zwillingssöhne Shaun und Collins verbandelt sind. einen lukrativen 60 Millionen Dollar-Vertrag über die Lieferung von Medikamenten und medizinischen Artikeln zugeschanzt –  ohne jegliche Ausschreibung versteht sich.

Zur Person:  Kuda Tagwirei

Wer ist diese  Person, die so grosszügig einen Staatssekretär – und nicht nur den – besticht?

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist kuda-tagwirei.jpg.
Oligarch Kuda Tagwirei

Kuda Tagwirei (52) , tauchte erst seit 2005 immer wieder in den Nachrichten auf, meistens unerfreuliche. Er hat sich  in 15 Jahren zum viertreichsten Mann des Landes “hochgearbeitet”, besser: hochbestochen . Sein Vermögen wird mittlerweile auf 1,5 Milliarden US Dollar geschätzt. Tendenz : Weiter steigend.

  •  Bis 2005 arbeitete er noch für die Post als IT-Consultant.
  • Dann gründete er die Sakunda Holding, für  die er sofort die Lizenz zum Import für Kraftstoffe erhielt.
  •  Eine Stomerzeugung mit Dutzenden von Dieselaggregaten folgte, grosszügig unterstützt  von der  Zimbabwesche Stomerzeugungskompanie ZESA. die ihm Millionen zuschanzte, für eine verlustreiche und die Umwelt verpestende Stromerzeugumg, Das Geld wäre besser in Stromerzeugung durch erneuerbare Energien gesteckt worden.
  • Weiter ging’s mit Staatsgeldern in der Command Agriculture, wo er wiederum Millionen Staatsgelder scheffelte – ohne nachweisbaren anhaltenden Erfolg.

Ein Freund, ein guter Freund

Sein  bester Freund in politischen Zirkeln: der  Staatspräsident Emmerson Mnangagwa. Als der über einen Putsch 2017 an die Macht kam, ging es so richtig los:

  • Erwerb von Minen (Bindura Nickel, Freda Rebecca),  und vor allem  ehemalige Goldminen des Südafrikaners Mzi Khumalo, wie How Mine. Khumalo geriet  in wirtschaftliche Schwierigkeiten, weil die Staatliche Zwangs-Aufkaufstelle für Gold, Fidelity Printers, ihn entweder gar nicht, oder nur teilweise,- und wenn auch nur sehr verspätet – bezahlte. Das wird dem neuen Eigentümer, dem Oligarchen und Korruptionsspezialisten  Kuda Tagwirei nicht passieren, denn mittlerweile gehört ihm Fidelity Printers. Der Staat verkaufte die Mehrheit an ihn.  Damit thront er nun über der grössten Einnahmequelle des Landes: Gold.
  • Aufkauf weiterer kleinerer Banken
  • Erwerb von Versicherungen wie First Mutual
  • Und nun eben auch  Fidelity Printers

Und immer dabei:  die helfenden Hände von korrupten Politikern, an der Spitze offenbar auch der Staatspräsident persönlich.

Grosszügigkeit eines Oligarchen

Die Politiker bestach Tagwirei wirklich  grosszügig:  so schenkte  er dem  Staatspräsidenten Mnangagwa  eine Limousine im Wert von  schlappen 1 Million US Dollar. Aber auch die Vizepräsidenten Constantino Chiwenga und   Kembo Mohadi, deren Ehefrauen, und andere Top Offizielle durften sich über neue vierradangetriebene Luxusautos freuen.

 Die USA verhängten Sanktionen gegen Tagwirei, das hielt ihn allerdings nicht davon ab, weiter zusammenzuraffen, was er zusammenraffen konnte. Unter der anhaltenden Protektion des Staatspräsidenten Mnangagwa kann er sich krakenmässig weiter  vorarbeiten in einem Land, wo die Armut allgegenwärtig ist.

Zimbabwe ist ein reiches Land,

  • gesegnet mit Rohstoffen (Gold, Lithium, Nickel, Kupfer, Diamanten, Platin, Kohle,  Zinn, Graphit ),
  • Riesiges landwirtschaftliches Potential, einst der Brotkorb des südlichen Afrika, nach einer chaotischen Landreform mindestens zur Hälfte jedoch ungenutzt,
  •  Touristische Attraktionen wie die Victoria-Fälle, Nationalparks, Lake Kariba und die Eastern Highlands
  • Sehr niedrige Analphabetenrate

Zimbabwe ist ein armes Land

  •  weitverbreitete Armut der Bevölkerung,
  • arm an nicht-korrupten Politikern, deren Interesse vorrangig darin besteht, nicht  die eigenen tiefen Taschen zu füllen,  sondern das potentiell reiche Land  aus der  Armut zu befreien.

Eine Aenderung der gegenwärtigen Zustände ist  aber zur Zeit nicht in Sicht.

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