Grossangriff von Terroristen des Islamischen Staates (IS) im nördlichen Mosambik

Dr. Alexander von Paleske ——- 30.3. 2021 —–

Am vergangenen Mittwoch   startete die islamistische Terrororganisation  Ahl al-Sunnah wa al Jamma’ah (ASWJ),  zur international operierenden  Terroroganisation Islamischer Staat (IS) sich bekennend, ihre erste Gross-Offensive im Norden des ostafrikanischen Staates Mosambik. Von  drei Seiten griffen sie die 75.000 Einwohner Stadt Palma mit militärischen  Konvois an, und überranten  sie in einer offenbar präzise geplanten  koordinierten Aktion.  Auch nach Tagen gelang es den Truppen Mosambiks nicht, die IS-Terroristen aus der Stadt zu vertreiben. Tausende  Geflüchtete warten immer noch auf ihre Evakuierung in die Stadt Pemba.

Die Stadt Palma liegt im nördlichsten Teil Mosambiks, in der Provinz Delgado, nicht weit von der Grenze zu Tansania entfernt.. Auf der nahe gelegenen Halbinsel Afungi  befindet sich ein grosses Gasfeld, Dort  betreiben  unter anderem der französische Ölriese Total und der US-Konzern ExxonMobil ein Milliardenprojekt zur Erschließung von Flüssig-Erdgas.

Mosambik
Provinz Delgado

 Wegen der Terroraktivitäten in der Provinz Delgado hatten die Firmen im Januar 2021 ihre Arbeiten eingestellt, im März aber aber wieder aufgenommen.

Nachdem die mosambikanische Armee sich als unfähig erwiesen hatte, die Terroristen aus der Provinz Delgado zu vertreiben, heuerten die Oelmultis schliesslich mit Billigung der Regierung Mosambiks,  Söldner von Privatfirmen an, um die Minen und Explorationsarbeiten zu sichern, allerdings ohne dass damit die Terroraktivitäten unter Kontrolle gebracht werden konnten.

Ein Blick zurück

Seit 2017 ist die sich zur international operierenden  Terrorroganisation islamischer Staat bekennende Organisation Ahl al-Sunnah wa al Jamma’ah (ASWJ)  im Norden Mosambiks aktiv. Hier wurde immer wieder von deren Terroraktivitäten berichtet, zu denen insbesondere Massaker an der Zivilbevölkerung samt Enthauptungen gehören .

  • Von   2017-2018 waren  bei diesen Terrorangriffen 200 Dorfbewohner wahllos ermordet worden. 
  •  Bei einem Angriff im Mai  2019 wurden    13 Menschen getötet, mehr als 120 Häuser zerstört.
  • Im November 2019  griffen die Terrorislamisten  ein Dorf an, enthaupteten öffentlich 50 Dorfbewohner, nachdem ihnen zuvor die Gliedmassen abgetrennt worden waren.
  • Am 24.März 2020 überrannten die Terroristen   für kurze Zeit die strategische Hafenstadt von Mocimboa da Praia, zwei Tage später die strategisch wichtige Hafenstadt Quissanga.
  • Laut UN-Flüchtlingshilfe sollen bisher  knapp 700.000 Menschen durch diese Terroraktivitäten vertrieben worden sein.



Aufgerüstete Terroristen

Mittlerweile haben die Terroristen aufgerüstet, tauchen  mit geländegängigen Fahrzeugen und automatischen Waffen auf, tragen Uniformen, die denen der Armee Mosambiks ähneln, um Verwirrung zu stiften,

Vermutlich streben diese “Gotteskämpfer” ein ostafrikanisches Kalifat an, bestehend aus Mosambik, Tansania, Kenia und wollen offenbar  Nord-Mosambik zu ihrer festen Ausgangsbasis machen.

IS dahinter
War es am Anfang unklar, welche Gruppierung hinter diesen Terroraktivitäten in Mosambik steht, so besteht mittlerweile  Klarheit: der IS reklamiert diese Verbrechen für sich und veröffentlicht Videos von den dort begangenen Grausamkeiten, so auch jetzt.


Idealer Boden
Die Bevölkerung im Norden Mosambiks wird von der Zentralregierung in Maputo seit jeher vernachlässigt, ein idealer Boden für die Islamterroristen, die jungen moslemischen Männern blutig-lukrative Terror-Jobs anbieten, verbunden mit den immer wiederkehrenden Formeln: Allah uh Akba (Gott ist gross), und durch die Einführung der Scharia werde sich alles zum Besseren wenden.

Hinzu kommt: die mosambikanische Armee ist  nach Jahrzehnten den Bürgerkrieges, der erst mit dem Tod des Renamo-Führers Alfonso Dhlakama 2018 zu Ende ging, total ausgelaugt.

Vor einer Woche berichteten nun US-Medien, dass 50 Green Berets der US Armee nach Mosambik geschickt werden sollen, um mosambikanische Soldaten auszubilden.

Versorgungsbais Tansania

Der Nachschub für die Terroristen kommt ganz offensichtlich aus dem Süden Tansanias. Dieser Teil  Tansanias ist ebenfalls ein von der Regierung vernachlässigtes Gebiet mit überwiegend moslemischer Bevölkerung in den Küstenregionen. Dort können sich die Terroristen offenbar frei bewegen, und von dort  Nachschub organisieren. Dort sind sie aber terroristisch nicht aktiv – noch nicht.

Die Regierung Tansanias ignorierte all das, und war  vor allem damit beschäftigt die Proteste der grössten Oppositionspartei, Chadema, deren Chef der Rechtsanwalt Tundu Lissu ist, nach den gefälschten  Präsidentschaftswahl im Oktober 2019 zu unterdrücken. Präsident John Magufuli, ein Corona-Epidemie-Leugner, der das Land 5 Jahre  regierte, ist  vor drei Wochen verstorben , ein Machtvakuum ist entstanden, sehr ideal für die Terror-Islamisten.

Nebenbei: Die Insel Sansibar, zu Tansania gehörend, hat sich derweil zu einem beliebten “coronafreien”  und restriktionsfreien Urlaubsparadies auch   für  deutsche  Touristen entwickelt, hier kann Party gemacht,  Masken brauchen nicht getragen und Abstand muss nicht eingehalten werden..

Im Schatten von Covid 19: Terrorislamisten in Ostafrika auf dem Vormarsch

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